Drei für das Jahr 2025 exemplarische Projekte aus dem Fachausschuss Theater & Tanz
Füür Lili. Das skurril‑poetische Theaterstück für Kinder ab vier Jahren bringt die feurige Abenteuerwelt des Mädchens Lili auf die Bühne. Die beiden Figurenspielerinnen Vivianne Mösli und Priska Praxmarer inszenieren die Geschichte mit Decke, Feuerlöscher und einer grossen Badewanne, um die Gefahr spielerisch zu zähmen. Das Projekt verbindet kreative Theaterelemente mit einem pädagogisch‑sicheren Umgang mit dem Thema Feuer. © Andreas Zihler
Kaiserbühne. Das Kleintheater im historischen Gewölbekeller möchte Bewährtes pflegen und Neues kultivieren. Im nordöstlichsten Zipfel des Kantons wird seit vielen Jahren ein regionales und überregionales Theaterprogramm angeboten. In Zusammenarbeit mit dem Turbinen Theater Langnau am Albis realisierte die Kaiserbühne jüngst die Eigenproduktion «Der Gott des Gemetzels» von Yasmina Reza (kKiK-Produktion), die auf brillante Weise die Fassade bürgerlicher Zivilisiertheit demontiert. © zVg
Virtuelle Bühnenräume. Andreas Bächli untersucht, wie virtuelle Bühnenbilder mit der Echtzeit-3D-Entwicklungsplattform «Unreal Engine» in Theaterproduktionen integriert werden können. Durch Echtzeit‑Visualisierung, AR‑Erweiterungen und die DMX‑Schnittstelle zu bestehenden Lichtmischpulten lassen sich Bühnenbilder während Planung, Konzeption und Umsetzungsphase dynamisch anpassen und mit Licht‑ und Bühneneffekten synchronisieren, wodurch neue ästhetische und erzählerische Möglichkeiten entstehen. © Andreas Bächli
Ein starkes Jahr für Theater & Tanz
2025 brachte grosse Herausforderungen mit sich: Kulturbetriebe und Theaterschaffende spürten die Teuerung sowie höhere Professionalisierungs‑ und Gagenanforderungen. Gleichzeitig kritisiert eine neue Generation das Spannungsfeld zwischen Ehrenamtlichkeit und Selbstausbeutung. Trotz dieses Drucks ist die inhaltliche Qualität hoch. Theaterschaffende verknüpfen ihre Werke und Programme vermehrt mit aktuellen gesellschaftlichen Themen und suchen nach theatralen, körperlichen sowie musikalischen Ausdrucksformen, mit denen sie das Publikum berühren und zum Nachdenken anregen.
Für die kreativen Teams hinter den Kulissen — Licht-/Musikdesign, Kostümbild, Szenografie — bleibt die Sicherung von Subventionen in der Förderlandschaft nach wie vor schwierig. Neben dem Gefäss «Freiraum» nutzen sie vermehrt unsere Atelieraufenthalte, um ihre künstlerische Weiterentwicklung voranzutreiben.
Um der Überproduktion entgegenzusteuern und Kunstschaffenden in der Diffusionsphase Hilfestellung zu bieten, lancierte der Fachausschuss Anfang Januar 2025 den «Diffusionsbeitrag». Über das Jahr hinweg erreichten uns 14 Anträge. Die gesprochenen Beiträge ermöglichen grössere Reichweite, Tourneen und gezielte Publikumsarbeit.
Wir blicken optimistisch nach vorne, trotz der Budgetentscheidung des Grossen Rates Ende 2025 — und setzen uns weiterhin dafür ein, die Theater‑ und Tanzkultur dauerhaft und in ihrer ganzen Vielfalt im öffentlichen Diskurs zu verankern.
Béatrice Goetz, Vorsitz Fachausschuss Theater & Tanz
BEITRÄGE THEATER UND TANZ
Atelieraufenthalt
Nicole Frei, Zürich Atelieraufenthalt London, 3 Monate 9’000
Freiraum
Andreas Bächli, Würenlingen «Virtuelle Bühnenräume mit Unreal Engine» 5’000 Jules Petru Fricker, Zürich «Ahnen-Feldforschung: Roma(nian) roots» 5’000 Julia Haenni, Zürich «Netze(n)» 8’000 Sebastian Elias Kurth, Erlinsbach «Liquid Networks» 12’000 Lisa Stepf, Aarau «Perimenopause – Eine Theaterrecherche» 6’000 Choreo-Persona: Tanzverein für soziale Teilhabe, Baden «Körper-Kamera – Freiraum für Tanz-Film» 6’500 Die Nachbarn, Rupperswil «Recla(i)m!» 5’000 Kollektiv Hallimasch, Aarau «Spaghetti für Verbindlichkeit» 5’000 play back produktionen, Aarau «Tägliche Abgründe unter dem Mikroskop» 12’000
Aufführungen bei Kulturorganisationen 4’580
Diffusionsbeitrag
Jules Petru Fricker, Zürich «Trancestors» (Gastspiel) 4’500 Jules Petru Fricker, Zürich «Trancestors» (Wiederaufnahme) 3’000 Jules Petru Fricker, Zürich «Trancestors» (Gastspiel) 3’750 Pascal Nater, Suhr AG «Die Liebe in meinem Leben» (Wiederaufnahme) 1’050 Pascal Nater, Suhr AG «Die Liebe in meinem Leben» (Gastspiel) 250 kKiK-Produktion (kleines Kollektiv für ironische Kunst), Küttigen «Der Gott des Gemetzels» (Gastspiel) 2’500 Kollektiv Rössli, Aarau «Die Ereignisse» (Wiederaufnahme) 800 Kollektiv Rössli, Aarau «Die Ereignisse» (Gastspiel) 300 Parfum du Moment, Aarau «Landscape of Hyper» (Gastspiel) 2’500 play back produktionen, Aarau «Ida&Jakub» (Gastspiel) 8’000 Verein 3art3, Zürich «Queere Tiere» (Gastspiel) 2’000 Verein Fakten & Fantasie, Zürich «straf:kammer:spiel» (Gastspiel) 2’500 Verein Taurus, Zürich «Schein du crazy Diamant» (Gastspiel) 7’500 Verein Vampyrotheutis, Zürich «Wir sind dann mal weg» (Gastspiel) 6’000
Produktionsbeitrag
Jonas Arnet, Wohlen «Der Tribun» von Mauricio Kagel 25’000 Christoph Baumann, Untersiggenthal «Unter Tieren» 8’000 Peter-Jakob Kelting, Bern «Aus der Zeit. Eine Suchbewegung» 12’000 Sven Mathiasen, Wettingen «Ronja Räubertochter» 25’000 Vivianne Mösli Major, Aarau «Eimi schwümmt» 7’500 Moritz Praxmarer, Däniken «Food, Friend or Forced Labour» 15’000 Collectif barbare, Küttigen «Das Luftschiff» 30’000 Das Theater-Pack, Aarau «Mircos Suche nach dem Schatten» 30’000 Flinn Works c/o Das Theaterkolleg, Luzern «Hey Dude!» 20’000 kKiK-Produktion «kleines Kollektiv für ironische Kunst», Küttigen «Der Gott des Gemetzels» 30’000 kooprteatr, Mönchaltorf «NICHTS als ein Versuch» 10’000 Parfum du Moment, Aarau «Thrill(er)» 30’000 puls_de_kern, Arlesheim «Walwerdung» 20’000 Tanz und Kunst Königsfelden, Baden «Mind the GAP – Edition II» 20’000 Theater Roos und Humbel, Turgi «Am Schnürchen oder komme was Wolle» (Arbeitstitel) 15’000 Theaterprojekte Bodinek/Käppeli/Eggs, Oberrohrdorf «Einmal noch» von Hansjörg Schertenleib 25’000 Trägerverein Teatro Palino, Baden «Box&Brain» 10’000 Verein Engel&Magorrian, Bern «Im Härz» 25’000 Verein Literaare, Zürich «brüten wir die welt neu aus» (Arbeitstitel) 5’000 Verein raumraum, Zürich «Gummi mit der Axt» 20’000 Verein Tenderness, Zürich «Dry Down – Requiem for a Lost Room» 20’000 Willkür&Tochter, Zürich «How To Be Sad» 15’000
Programmbeitrag
Bühne Aarau Programm 2025 557’000 Figurentheater Wettingen Programm 2025/26 18’000 Kaiserbühne, Kaiserstuhl Programm 2025 68’300 Kaiserbühne, Kaiserstuhl Programm 2026 75’000 Kellertheater Bremgarten Programm 2025/26 21’000 Kultur im Sternensaal, Wohlen Programm 2025/26 21’000 Kurtheater Baden Programm 2026 420’000 Odeon Bühne, Brugg Programm 2026 37’800 Musik & Theater Zofingen Programm 2025/26 26’250 TaB* Theater am Bahnhof Reinach Programm 2026 30’000 Theater Marie, Aarau Programm 2025 510’000 ThiK Theater im Kornhaus, Baden Programm 2025/26 200’000
Residenzprogramm SZENOTOP
Kollektiv Böse Wetter, Aarau Residenzprogramm Szenotop 80’000
Beiträge Theater und Tanz 2’604’580